Finanziell
Chargeback
Im Vendor-Modell sind Chargebacks Amazon-seitige Strafabzüge für Verstöße gegen das Vendor-Manual. Die Logik: Amazon definiert detaillierte Lieferanforderungen (Lieferzeitfenster, Label-Standards, Karton-Spezifikationen, Mengen-Toleranzen). Bei Abweichungen rechnet Amazon automatisch einen Strafbetrag pro Verstoß vom nächsten Settlement ab.
Häufige Chargeback-Kategorien sind: Pre-Packaging Compliance (PPC), z. B. fehlende Etiketten, Carton-Information-Compliance (CIC), abweichende Packstücke, ASN-Accuracy, Daten in der Vorab-Lieferankündigung weichen vom Wareneingang ab, On-Time-Delivery, Verspätung gegenüber dem zugesagten Lieferfenster, Vendor Manual Updates, neue Anforderungen werden ohne Anpassungszeit angewendet.
Die Höhe der Chargebacks summiert sich. Branchen-Erfahrungswerte deuten auf 1–5 Prozent des Vendor-Brutto-Umsatzes als Chargeback-Last hin, in problematischen Setups deutlich mehr. Chargeback-Reconciliation (Streit-Klärung gegenüber Amazon) ist daher operative Daueraufgabe in jedem ernsthaft betriebenen Vendor-Setup, und ein Hauptgrund, warum 1–2,5 FTEs trotz reduzierter Listing-Last nötig sind.
Verwandte Begriffe
- 1P (First Party)1P bezeichnet das Amazon-Vendor-Modell, Amazon kauft Produkte im Großhandel direkt von der Marke und verkauft sie selbst als Händler an Endkunden. Auf der Produktdetailseite erscheint „Verkauft von Amazon".
- Vendor CentralVendor Central ist Amazons Backend-Portal für 1P-Vendoren. Vendoren verwalten Purchase Orders, Listings, Content-Submissions und Co-Op-Vereinbarungen darüber. Zugang nur per Einladung.
- CRaP (Can't Realize a Profit)CRaP ist Amazons interne Kennzeichnung für 1P-Produkte, deren Deckungsbeitrag nach Sales-Fees, Versand- und Lagerkosten zu niedrig ist. CRaP-Produkte werden depriorisiert oder gelistet.
Auch bekannt als: chargebacks · abzug
