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Notfall-Hub

Konto gesperrt. Was jetzt?

Die Deaktivierung des Verkäuferkontos ist der Ernstfall des Seller-Modells: Umsatz steht still, Auszahlungen hängen, und die nächsten Entscheidungen sind endgültiger als sie wirken. Dieser Hub bündelt den gesamten Weg, vom ersten Tag bis zur strukturellen Alternative.

Research by SPACEGOATS Redaktion

Der Weg durch den Ernstfall

Die häufigsten Fragen im Ernstfall

Was soll ich in den ersten 48 Stunden nach der Sperrung tun?
Erstens die Deaktivierungs-Nachricht sichern und den genannten Sperrgrund exakt verstehen, er bestimmt die gesamte Strategie. Zweitens nichts Überstürztes: kein neues Konto, keine Einspruchs-Flut ohne Substanz. Drittens Belege sammeln (Rechnungen, Vorgänge, Performance-Daten) und den Plan of Action strukturiert aufsetzen: Ursache, Sofort-Maßnahmen, Prävention.
Darf ich nach der Sperrung ein neues Konto eröffnen?
Nein. Das Eröffnen eines neuen Kontos zur Umgehung einer Sperrung verstößt gegen Amazons Vereinbarungen. Amazon erkennt verknüpfte Konten über zahlreiche Signale, von Stammdaten bis zu technischen Merkmalen, und deaktiviert sie ebenfalls, auch Konten über Verwandte oder neu gegründete Gesellschaften mit denselben handelnden Personen gelten als Umgehungsversuch.
Wie stehen die Chancen, das Konto zurückzubekommen?
Das hängt vom Sperrgrund und der Qualität des Einspruchs ab: Verifizierungs-Fälle lösen sich oft schnell, Performance- und Richtlinien-Fälle brauchen einen substanziellen Plan of Action und teils mehrere Runden über Wochen. Eine Garantie gibt es nicht, deshalb gehört parallel immer die wirtschaftliche Schadensbegrenzung und ab einem gewissen Punkt die Prüfung der legalen Alternativen dazu.
Was passiert mit meinem Geld und meinem FBA-Bestand?
Amazon behält Auszahlungen während der Prüfung häufig zurück, teils für Wochen bis Monate. Der FBA-Bestand bleibt zunächst eingelagert und verursacht weiter Gebühren, eine Rückholung ist meist möglich, will aber gegen die Chance auf schnelle Reaktivierung abgewogen werden. Beides gehört vom ersten Tag an in die Liquiditätsplanung.
Was, wenn das Konto endgültig verloren ist?
Dann bleibt der Vertrieb der Produkte trotzdem legal möglich: Gesperrt ist das Verkäuferkonto, nicht die Marke oder das Produkt. Ein echter, unabhängiger Händler, etwa ein Broker als eigenständiger Merchant of Record, kann die Produkte über sein eigenes Konto vertreiben, er kauft die Ware B2B und verantwortet den Verkauf vollständig selbst. Entscheidend ist die saubere Trennung von jeder Umgehungs-Konstruktion.

Vertiefungen

Wenn nicht die Marke verkauft, sondern ein anderer

Der am häufigsten übersehene Fakt im Sperr-Fall: Deaktiviert ist das Verkäuferkonto, nicht die Marke und nicht das Produkt. Wie die vier legalen Wege aussehen, die Produkte einer Marke von Dritten verkaufen zu lassen, vom kontrollierten Reseller bis zum Broker als Merchant of Record, steht im Leitfaden Produkte auf Amazon verkaufen lassen.