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Geschäftsmodelle

Full-Service-Broker

Der Begriff beschreibt die Ausbaustufe eines Broker-Setups, nicht ein eigenes Geschäftsmodell: Auch ein Full-Service-Broker kauft die Ware B2B und verkauft als Merchant of Record über sein eigenes Seller-Konto. Der Unterschied liegt in der Rollenverteilung. Im Full-Service-Zuschnitt liegt praktisch alles beim Broker, von der Listing-Erstellung über Pricing und Bestandsplanung bis zu Werbung und Kundenservice. Die Marke liefert Ware und strategische Leitplanken.

Dem gegenüber steht der modulare Zuschnitt: Die Marke bringt die Bereiche ein, die sie selbst gut kann oder behalten will, etwa Content-Erstellung, Pricing-Strategie oder Bestandsmanagement, und der Broker betreibt den Rest, insbesondere die Infrastruktur als Merchant of Record (Konto, Steuern, Compliance, Abwicklung). In der Praxis bieten Anbieter das als Spektrum an; SPACEGOATS etwa beschreibt es als Stufen von Auto-Pilot über Full Service und Flex bis Captain Seat, bei dem die Marke führt und der Broker die Infrastruktur stellt.

Für die Wahl zwischen den Zuschnitten sind drei Fragen entscheidend: Wie viel internes Amazon-Know-how ist vorhanden oder soll aufgebaut werden? Welche Bereiche sind für die Marke strategisch (häufig Content und Pricing)? Und wie viel Kapazität ist real verfügbar? Full Service passt für Teams, die Amazon vollständig auslagern wollen; modulare Setups passen für Marken mit eigener Content- oder Marktplatz-Kompetenz, die nur Risiko und Infrastruktur abgeben wollen.

Beispiel

Ein Hersteller mit eigenem Grafik-Team liefert A+ Content und Kampagnen-Assets selbst zu, während der Broker Konto, Compliance, Logistik und Buy-Box-Betrieb verantwortet: ein modularer Zuschnitt. Derselbe Broker betreibt für einen anderen Kunden ohne interne Kapazitäten das komplette Paket als Full Service.

Verwandte Begriffe

Auch bekannt als: Full Service Broker · Modularer Broker