Compliance & Recht
EPR (Extended Producer Responsibility)
Extended Producer Responsibility ist ein EU-weiter Regulatorik-Rahmen, der Hersteller und Importeure für die Lebenszyklus-Kosten ihrer Produkte mitverantwortlich macht, insbesondere für Entsorgung, Recycling und Wiederverwertung. EPR umfasst aktuell drei Hauptkategorien: Verpackung (Verpackungslizenz über LUCID in Deutschland), Elektro- und Elektronikgeräte (WEEE) und Batterien.
Auf Amazon werden EPR-Registrierungsnummern seit 2022 als Pflichtangabe in Seller Central und Vendor Central verlangt, pro Markt und pro Kategorie separat. Eine Marke, die Pan-EU verkauft, braucht EPR-Registrierungen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande und weiteren Märkten, jeweils mit landesspezifischen Anforderungen und Verträgen mit nationalen Verwertungssystemen.
EPR-Nichteinhaltung ist ein häufiger Account-Suspendierungs-Grund: Amazon blockt Listings ohne gültige EPR-Nummer in den betroffenen Märkten. Im Broker-Modell übernimmt der Broker EPR-Registrierungen für seine Verkäufe, die Marke selbst muss nur die Produzenten-Pflichten erfüllen, nicht die Marketplace-Pflichten. Das ist ein Hauptargument für das Broker-Modell bei Cross-Border-Expansion.
Verwandte Begriffe
- Merchant of Record (MoR)Merchant of Record ist die juristische Verkäufer-Rolle auf einem Marktplatz. Der MoR stellt Rechnungen an Endkunden, ist umsatzsteuerlich verantwortlich, haftet für Produktsicherheit und übernimmt Customer Service.
- GPSR (General Product Safety Regulation)GPSR ist die EU-Produktsicherheitsverordnung in Kraft seit Dezember 2024. Sie verlangt einen Responsible Person mit EU-Sitz für Produkte aus Drittländern und schärfere Rückverfolgbarkeits-Pflichten.
- Importer of Record (IoR)Der Importer of Record ist die rechtlich verantwortliche Partei für die Einfuhr von Waren in ein Land. Er trägt Einfuhrumsatzsteuer, Zollabwicklung und Compliance gegenüber der Zollbehörde.
Auch bekannt als: extended-producer-responsibility · verpackungslizenz · weee
